Verein Pferdefreunde Dachau e.V. Verein Pferdefreunde Dachau e.V.


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Roeckl Sports
19.10.11

Jagdreitkurs der Pferdefreunde Dachau auf dem Gerblhof

 

 

Kurz vor 09:00 Uhr trafen sich die jungen Teilnehmer Reiterinnen auf dem Gerblhof, um das Jagdreiten einmal praktisch kennen zu lernen und auszuprobieren. Besonders erfreulich war, dass sich der reiterliche Nachwuchs der Pferdefreunde Dachau für diesen Kurs interessierte, wird doch das Jagdreiten gerne als Sport „älterer Herren“ belächelt. Nach der Unterbringung der Pferde durch Stefan Stecker, dem Betriebsleiter des Gerblhofes, stand als erstes die Theorie auf dem Programm.

 

Seit über 1,5 Millionen Jahre ist die Jagd ein Motor der evolutionären Entwicklung hin zum modernen Menschen, dagegen wirkt die rund 3.500-jährige Geschichte der menschlichen Jagd mit Pferden und Hunden nur wie ein Wimpernschlag. Wie der Lehrgangsleiter, Berittführer FN Elmar Lehmann aufzeigen konnte, ist das Jagdreiten die älteste, kontinuierlich ausgeübte Sportart des Menschen, die sich im Laufe der Jahrtausende zu den heute praktizierten Formen entwickelte: Parforce-Jagd, Schleppjagd, Schnitzeljagd und gerittene Fuchsjagd.

 

Jagdreiten stellt hohe Anforderungen an Pferd und Reiter, eine sorgfältige Vorbereitung ist damit unumgänglich. Ausgangspunkt waren zunächst die verschiedenen Formen des Reitens in der Gruppe und die dabei notwendigen Regeln, um die Sicherheit von Pferd und Reiter trotz des hohen Tempos und der relativ geringen Abstände zu gewährleisten. Ganz konsequent folgte die Frage: „Und wie sag‘ ich’s meinem Pferd?“ Für die Teilnehmer etwas überraschend, zeigte Elmar Lehmann, dass das Jagdreiten in der Reitbahn mit dem ganz normalen Abteilungsreiten beginnt. Es folgten detaillierte Hinweise, wie, zunächst mit einfachen Übungen in der Bahn, das Pferd Schritt für Schritt auf das Reiten in der Gruppe mit hohem Tempo vorbereitet wird.

 

Im letzten Teil der Theorie drehte sich alles um die Gesundheit und Fitness der Pferde. Aufgrund der verlangten hohen Leistung, ist es unbedingte Verpflichtung des Reiters, jede Überforderung des Pferdes zu vermeiden. Mit den theoretisch und praktisch vorgestellten einfachen Tests können die Fitness und der Gesundheitszustand des Pferdes vor, während und nach der Jagd sehr gut eingeschätzt und Schäden verhindert werden.

Nach so viel geballtem Wissen, das zum Nachlesen in einem 26-seitigen Skript zusammengefasst den Teilnehmern übergeben wurde, ging es bei traumhaftem Jagdwetter auf die große Wiese des Gerblhofes. In ersten Übungen wurde das Reiten in der Gruppe mit Positionswechseln geübt, zuerst im Trab, dann im Galopp. Die Pferde akzeptierten dieses kontrollierte Reiten außergewöhnlich schnell und den Teilnehmern machte es sichtlich Spaß, einmal in einer Gruppe gemeinsam über die Wiese zu „fliegen“. Dennoch, nach rund 1 ½ Stunden schwitzten nicht nur die Pferde, sondern auch die jungen Reiterinnen waren deutlich „abgekämpft“ – soviel zum Sport der „älteren Herren“.

 

Die Pferde waren danach schnell versorgt und machten sich über Wasser, Heu und ein bisschen Kraftfutter her, während die Reiter durch einen Pizza-Service mit der  notwendige Stärkung versorgt wurde. Die rund 1 ½ Stunden Mittagspause nutzen Pferde zum Fressen und Dösen, die Reiter hauptsächlich zum Fachsimpeln über die Ausbildung eines Jagdpferdes bis hin zur „Heeresdienstvorschrift Nr. 12“ von 1937.

 

Danach wurde „richtiges“ Gelände unter die Hufe genommen, d. h. es ging hinaus in die Felder und Wälder rund um den Gerblhof. Auch hier machte es Spaß, in schnellem Trab und gelegentlich im Galopp über die Feldwege und die abgeernteten Felder zu reiten. Wieder einmal zeigte es sich, unsere Pferde sind im Gelände viel besser, als wir Reiter es ihnen gemeinhin zutrauen und es deshalb schon gar nicht probieren.

 

Nach einem Abstecher in den „Springwald“ des Gerblhofes, in dem kleine Natursprünge und Geländehindernisse unter engen Platzverhältnissen überwunden wurden, ging es auf ein großes Stoppelfeld direkt beim Gerblhof. Und hier zeigte sich zum Abschluss des Kurses die ganze Gruppe in einem langen Run in vollem Jagdgalopp! Eine Teilnehmerin danach ganz atemlos: „Das war toll, so etwas habe ich mich bisher noch nie getraut!“


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